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Thema: Christines Geschichten
Tine (offline)
Großer Seebar



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Deutschland
icon1   Christines Geschichten #1 Datum: 27.06.2017, 16:44  

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Tine (offline)
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icon1   Re: Christines Geschichten #2 Datum: 27.06.2017, 16:49  

Guten Tag, liebe Mitglieder. Jetzt weiß ich, wie das mit dem Verlinken funktioniert. Wenn der Link angeklickt wird und dann jeweils die einzelnen Unterthemen, dann kann vieles gelesen werden.
Ich grüße alle sehr herzlich. Leider schwirre ich so viel hin und her, da verliere ich mich oft. Ich wünsche EUCH allen viel Gesundheit und Freude bei allen Dingen, wie Arbeit, Freizeit, Hobbys und vor allem dem Schreiben.
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Tine (offline)
Großer Seebar



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icon1   Re: Christines Geschichten #3 Datum: 27.06.2017, 17:44  

Guten Tag, manchmal vergesse ich, ob ich das darf, das hier Einstellen?
Als ich fortging

0ktober 1989. Ich sitze gerade auf Arbeit über meinem Kassenbuch und bin damit beschäftigt
den Saldo auszurechnen, als das Telefon klingelt. Missbilligend nehme ich den Hörer ab.
Am anderen Ende der Leitung höre ich die Stimme meiner Tochter. Ich hatte bereits eine Weile nichts von ihr gehört.
Sie wohnte zusammen mit ihrem Verlobten in einem alten Haus, welches bereits dem Abbruch geweiht war. Sie waren die einzigen Bewohner in dem Mehrfamilienhaus. Sämtliche Mieter hatten eine Neubauwohnung bezogen, auch die Mutter ihres Verlobten, der noch so lange darin wohnen bleiben wollte, wie es möglich war.
Als ich eines Tages das junge Pärchen besuchte, war ich schockiert. Es gab keine äußere Haustür mehr und so musste ich über Müllberge steigen, die irgendwelche Zeitgenossen einfach in den Hauseingang hineingeworfen hatten. Ich trat über Scherben, Holzreste, Küchenabfälle und Lumpen.
Mülltonnen standen im Hof. Ratten flohen vor mir, doch das machte mir keine Angst, fand ich diese Tierchen doch sehr possierlich.
Ich klopfte an der Eingangstür. Die Zweiraumwohnung selbst war ordentlich und gepflegt.
Ein kleiner Korridor. Das Schlafzimmer, Tapeten in hellblau und auch die Raffgardinen in der gleichen Farbe. Das Wohnzimmer, gemütlich und warm. Die Möbel hatte die Mutter ihrem Sohn hinterlassen. Er arbeitete als Reparaturschlosser in einem Fuhrpark. Meine Tochter war als Sekretärin in einem Großbetrieb tätig. Die Wohnungsmiete betrug weniger als dreißig Mark.
Sie hatten eine Wohnung beantragt, der Antrag wurde jedoch abgelehnt, weil sie weder verheiratet waren, noch ein Kind hatten und auch keines unterwegs war. Sie wollten noch keine Kinder.
Nun schimpften sie über unseren Staat. Ihr Verlobter drängte, wir hauen ab in den Westen, zu meinem Vater in die Nähe. Sie lehnte aber ab, hing sie doch zu sehr an vielem. Ihre gesamte Familie wohnte hier in Leipzig. Ihre Großmutter väterlicherseits bedeutete ihr mehr denn je, zumal diese ihre Enkelin oft zu sich nahm, als sie klein und öfter mal krank war und ich auf Arbeit musste.
In der Kinderkrippe wurde täglich morgens Fieber gemessen. Bei erhöhter Temperatur konnte das jeweilige Kind nicht in der Kinderkrippe bleiben. Ich brachte meine Kleine zur Großmutter.
Überhaupt war sie mehr bei ihr, kam ich doch mit meinem Kind überhaupt nicht mehr zurecht, schon wegen ihres Eigensinns. Auch Jahre später, als ich fortging und Mann mit Tochter verließ.

Die Stimme meiner Tochter riss mich aus meinen Überlegungen. „Hallo, Mama, ich bin in Gießen.“
Ich glaubte, mich verhört zu haben. Fast fiel mir vor Schreck der Hörer aus der Hand. „Wo bist Du?“
Ihre Antwort: „Na in Gießen, ich habe kein Geld mehr und rufe dich später noch mal an.“ Aus.
Ich glaubte, sie machte sich mit mir einen Scherz.
Sofort rief ich in ihrer Firma an. Ihr Chef bestätigte es mir. Sie hatte sich bei ihm auch gemeldet und das Gleiche berichtet. Er wusste es sogar noch genauer. Bei Nacht und Nebel war sie gemeinsam mit einem Freund ihres Verlobten auf einem Motorrad über die tschechische Grenze geflohen.
Er sprach: „Hören Sie, sehen Sie zu, dass Ihre Tochter wieder zurückkommt, ich brauche sie und außerdem, wenn alle so fleißig wären, wie sie, dann sähe manches in den Firmen hier viel besser aus.“
Er ergänzte noch: „Holen Sie das Mädchen zurück, sie hat doch keine Ahnung von der westlichen Welt, dort wird sie untergehen, weil sie viel zu jung und gutmütig ist. Ich kenne das Ganze, war ich doch schon mehrmals dienstlich dort.“
Ich zitterte am ganzen Leib. Meine Schwester und deren Familie waren schon seit Jahren weg und wir hatten nur Briefkontakt halten können. Ein Telefon besaßen wir nicht, war das doch Luxus und nur privilegierten Leuten vorbehalten. Von Arbeit aus irgendwelche Kontakte zu halten, das erlaubte ich mir nicht. Es kam höchstens eine öffentliche Telefonzelle infrage.

Tage vergingen, als meine Tochter wieder anrief: „Mama, ich bin in FN, jetzt lebe ich mit einem Millionär zusammen, er kauft mir alles, was ich brauche, sogar Slip-Einlagen. Bis dahin wusste ich noch nicht, dass solche Dinger so wichtig sind. Sie erwähnte noch, dass er Architekt sei. Ich brüllte ins Telefon: „Du scherst dich sofort hierher. „Was soll das?“
Sie schmiss den Hörer hin und rief nicht wieder an.
Abends diskutierte ich noch lange mit meinem Mann vorm Fernseher. Wir hatten es uns gemütlich gemacht. Dann tranken wir eine Flasche Wermut. Es war der 9. November 1989.
Plötzlich sahen und hörten wir die Nachrichten und waren fassungslos. Hatten wir uns da etwa verhört? War uns das Getränk nicht bekommen? Nein, wir hatten richtig gehört. Die Mauer war auf. Wir dachten, es sei nur ein Versprecher, die hin und wieder mal einem Nachrichtensprecher passierten. Doch dann sahen wir das Ganze und begriffen es endlich. Sofort bekamen wir Gänsehaut und die Tränen kullerten nur so. Ich glaubte, die Mauer würde nur für einige Tage offen sein und würde alsbald wieder verschlossen.
Die Menschen waren außer sich und es herrschte überall eine große Euphorie. Wir aber trauten der Sache immer noch nicht. So gingen wir weiter unserer Arbeit nach und verfolgten abends im Fernsehen die Geschehnisse.

Wieder rief meine Tochter an. Dieses Mal schien es ihr schlecht zu gehen. Das hörte ich sofort heraus. Mit dem Architekten, das hatte sich zerschlagen. Er wollte nur das Eine, dazu ein junges hübsches und naives Ding aus dem Osten. Ihr gefiel es nicht, wie er sie behandelte.
Nun wohnte sie bei anderen Leuten und irgendwer wollte ihr etwas antun. Sie hatte Arbeit gehabt, aber dann gekündigt und jetzt sei sie in der Diskothek X-Ray gemeinsam mit ihrer Freundin beschäftigt und sie würden nachts Sekt ausschenken und viel tanzen und ihre Freundin tanze gleich mal „oben ohne“, was sie selbst aber nicht mitmachen würde und der Freund ihrer Freundin sei ein Zuhälter.
Mein Mann, der nicht ihr leiblicher Vater ist und ich, wir beschlossen, dass ich gleich am Jahresanfang meinen Urlaub beantragen werde und nach FN an den Bodensee fahre, um sie zu holen. Scheinbar hatte sie jetzt merkwürdigen Umgang, was mich sehr beunruhigte. Ich hörte die Stimme ihres Chefs in meinen Ohren. Ihm hatte ich ja versprochen sie wieder zurückzuholen.
Aber zurück wolle sie auf keinen Fall, schon wegen der Wohnsituation, und weil man nicht überallhin reisen könne, das erklärte sie mir nochmals nachdrücklich beim letzten Telefonat.
Ich fragte: „Wo willst du denn hinreisen, wenn du kein Geld hast, denn das braucht man schließlich dazu.“
Darauf gab sie mir keine Antwort. Sie ließ mich im Unklaren, wie es weiter gehen sollte.

Endlich war das Jahr herum. Ich beantragte Urlaub. Mein Chef meinte: „Dass Sie mir aber wieder kommen!“ Mein Mann holte Geld vom Konto für Fahrkarten und tauschte DDR-Währung in westliche Währung um.
„Ich muss mir noch etwas Anständiges zum Anziehen kaufen, damit ich nicht auffalle.“ Er nickte. „Wenn du meinst, aber du hast doch ordentliche Sachen, dort wird auch bloß mit Wasser gekocht.“
„Na hier kaufe dir was.“ So schnell war ich noch nie aufgesprungen. In einem Geschäft für junge Leute kaufte ich mir eine dunkelblaue Rüschenbluse und eine taillierte schwarze Jacke. Bald packte ich meinen roten Schaumlederkoffer voll mit meinen besten Sachen.
Als meine Tochter sich wieder meldete, vereinbarten wir einen Termin, wann und wo wir uns treffen würden. Ich nannte ihr die Ankunft des Zuges. Sie war außer sich vor Freude, als sie erfuhr, dass ich kommen würde. Ich jedoch hatte gemischte Gefühle.
Mein Mann brachte mich zum Bahnhof. Lange verabschiedeten wir uns, dann winkte er mir nach, bis der Zug in der Ferne verschwand. Damals ahnten wir nicht, was uns von da an nun alles bevorstehen würde und wie das eines Tages unser Leben komplett auf den Kopf stellte.
Ich war guter Dinge. Perfekt gekleidet und dezent geschminkt glaubte ich auch genug Geld dabei zu haben. Ich war mit mir zufrieden und hatte so ein gutes Gefühl. Mein Mann hatte mir Schnitten bereitet und etwas zu trinken eingepackt. „Gönne Dir auch etwas, sei nicht zu gar geizig.“ Diese Worte gab er mir noch mit auf die Fahrt.
Der Zug rollte vorbei an Dörfern, Städten, Feldern und Wäldern. Seen und Bäche glitten vorüber.
Die Sonne lachte und mein Herz begann schneller zu klopfen als sonst.
Als wir die Grenze passiert hatten, bemerkte eine Mitreisende: „Hier ist ja das Gras sogar grüner.“ Beinahe hätte auch ich das geglaubt.
Spät abends kam ich in FN an. Ich stieg aus dem Zug. Wo war meine Tochter, wo ihre Freundin?
Die Beiden wollten mich doch abholen. Hilflos sah ich mich um. Ich wartete lange. Erfolglos.
Ich wusste weder wo sie wohnte, noch hatte ich andere Anhaltspunkte. Ich verließ den Bahnhof.
Gleich wenige Meter gegenüber fiel mein Blick auf den so viel gerühmten Bodensee.
Es regnete und ein heftiger Wind wehte. Der See war aufgewühlt. Große Wellen schlugen über ein Geländer. Langsam lief ich eine Straße entlang. Menschen waren nicht zu sehen. Es war stockdunkel.
In einem Hotel fragte ich nach einem freien Zimmer und nach dem Preis. Ich schluckte. Doch wo sollte ich schlafen? Mir blieb nichts weiter übrig als es anzunehmen. Fast mein ganzes Geld ging dafür drauf, für nur eine Nacht mit Abendbrot und Frühstück.
Am nächsten Tag erfuhr ich, wo meine Tochter wohnte. Als wir uns endlich fanden, weinten wir und umarmten uns. Wie dürr sie geworden war, ich sah nur noch Haut und Knochen. Sie hauste hier zusammen mit ihrer neuen Freundin, einem Mädchen aus Karl-Marx-Stadt, jetzt wieder Chemnitz, in einem engen und viel zu teurem Zimmer. Sie hatte eine Matratze auf ebener Erde zum Schlafen. Die Mädchen schienen sich nur von Alkohol und Zigaretten zu ernähren. Übervolle Aschenbecher standen herum. Billiger Sekt, schmutzige Gläser, war es das, die gelobte Freiheit, das Leben?
Ich war erschüttert. Wie gut ging es uns doch in unserer Heimat. Wir hatten Arbeit, Essen, Kleidung, Wohnung, Freunde und ein umfangreiches und kulturelles Leben. Ich redete auf sie ein. Sinnlos.
Ich merkte, mit meinem Redeschwall sie zu überzeugen, mit mir sofort wieder zurück zukommen, bleibe ich weiter erfolglos.
Wir hatten uns trotzdem noch viel zu erzählen. Ihre Erlebnisse und Begebenheiten, die etliche Seiten eines Buches füllen würden, sie berührten mich. Doch die Frage der Fragen hing weiter im Raum. Wie sollte es alles weiter gehen? Vor lauter Aufregung und Hunger hatte ich starke Kopfschmerzen bekommen. Ich kühlte die Schläfen mit Wasser.
„Mama du kannst auf der Matratze schlafen. Annett schläft extra woanders“. Ich schluckte. Hier, in dem engen Raum, der rauchgeschwängert, niemals. Ein Telefon an der Wand, welches tot war. Ich fand es eine unglaubliche Zumutung, doch blieb mir nichts weiter übrig.
Das alte Haus mit seinen dicken Mauern stand an einem Bach, der nachts laut rauschte. Früher war es eine Mühle gewesen. Jetzt beherbergte es im Hinterhof mehrere kleine Zimmer auf den Etagen. Das fand ich ja noch romantisch. Aber das andere Drumherum.
Hier wohnten viele Übersiedler, aber auch Junggesellen, Saisonarbeiter, Erntehelfer.
Im Raum, von der Größe einer Gefängniszelle, gab es Schrank, Bett, Stuhl, ein kleiner Schreibtisch, ein Waschbecken mit Spiegel, daneben ein Kühlschrank. Alles war kärglich und abgenutzt, geflickte Spannbettlaken mit Löchern. Kein Esstisch, kein Radio, kein Fernsehgerät. Ich entdeckte hinter einer Tür eine Dusche mit Vorhang, daneben ein Toilettenbecken. Erleichterung. Wenigstens das ist da.
„Darf ich in den Kühlschrank gucken?“ Ich öffnete ihn. Gähnende Leere. „Die Jungs essen alles weg. Wenn wir mal was haben, kommen die Jungs und nehmen sich einfach was.“ Ich sah meine Tochter verständnislos an. „Auch Übersiedler, die hier sind.“ Ich wurde schrill. „Auch noch ausnutzen lassen, die können doch selbst für sich sorgen!“
Dann begann ich das Zimmer zu putzen und durchzulüften. Hunger quälte mich. Ich trank Wasser.
Endlich wollte ich schlafen, war ich doch total erschöpft. Wie kann ein Mensch unter solchen Umständen leben und sich wohlfühlen, das ist doch würdelos. Tränen liefen über meine Wangen. Gedanken kreisten in meinem Kopf herum. Ich konnte einfach nicht einschlafen.
Gegen Mitternacht klopfte es an die Tür. Ich rief: „Wer ist da?“ Die Antwort: „Hallo, Annett, ich, Thomas.“ Er hielt meine Stimme für die von Annett. Ich sagte: „Verschwinde, ich habe schon einen Kerl auf der Matte.“
So ging das noch eine Weile, Stunden später wieder. Ich fragte mich, wo bin ich den gelandet? Meine Tochter schlief sehr fest. Sie bekam das nicht mit.
Gleich, als sie erwachte, bekam sie ein Donnerwetter von mir. „Was ist denn das für eine Absteige, wenn das Omi wüsste.“ Sie sah mich treuherzig an und meinte, dass sie keine Schuld träfe.
Ich kenne meine Tochter. Immer wenn etwas ist, dann sind es die anderen gewesen.

Ein neuer Tag. Ich nehme mein restliches Geld und dränge meine Tochter, dass wir schnellstens etwas zu Essen holen müssen. Dann machten wir uns auf den Weg. Sie kam bei meinem Tempo nicht mit. Obwohl ich klein bin und kürzere Beine, als sie habe, bin ich schneller. Sie hatte zu tun, mir zu folgen.
„Dir kann man ja im Laufen die Schuhe besohlen,“ wetterte ich.
Bei einem Bäcker tranken wir eine Tasse Kaffee und aßen jeder ein belegtes Brötchen. Anschließend kauften wir bei einem Discounter einige Lebensmittel ein. Was war das? Ich starrte auf die gegenüberliegende Seite des Sees. Mir verschlug es den Atem. Schön und märchengleich erblickte ich Berge, deren Gipfel mit Schnee bedeckt waren. Der See schimmerte. Ich redete laut: „Ihr verzaubert mich nicht, ihr nicht!“


******
Doch es sollte ganz anders kommen. Meine Tochter überredete mich: „Mama, wenn Du mich liebst, dann bleibst Du hier. Ich will nicht wieder in die DDR zurück.“
Als ich die ausgemergelte Hand meiner Tochter hielt, glaubte ich eine Entscheidung fällen zu müssen.
Spannende Zeiten folgten. Erst einmal suchte ich mir Arbeit, die ich sehr schnell fand.
Dann kaufte ich einen Kocher und es wurde gekocht.
Als ihre Freundin eine Schönheit, mit herrlicher Figur und roten langen Locken erschien, war ich so von ihr angetan, dass ich sie wie meine Tochter behandelte, sie bekehrte und mit für sie sorgte, bis sie wieder in ihre Heimat zurückfand.

Wir fanden Arbeit, meine Tochter als Sekretärin. Ich hatte gleich zwei Arbeitsstellen und war der glücklichste Mensch dabei. Sofort kaufte ich ein gebrauchtes Fahrrad, bald ein Auto und bekam eine angemessene Wohnung.
Ein halbes Jahr später kam mein Mann im Trabant angefahren. Als er aus dem Fahrzeug stieg, war sein Hemd zerfetzt. Er blutete stark. Unsere zwei Katzen hatten bei dieser Fahrt von Hunderten Kilometern bei Motorengedröhn furchtbare Angst. Katzenkörbe kannten wir noch nicht. Eine Katze hatte er schon vorher bei einer ersten Fahrt mitgebracht.
Er überreichte mir einen Umschlag. „Für unseren Neuanfang.“ Ich blickte hinein. Es waren zehntausend Mark, Geld, welches er sich vom Mund abgespart hatte. Er sah danach aus, dünn.
Die Wohnung hatte er aufgelöst. Alles verschenkt, denn wer wollte noch so etwas haben, kaum jemand, geschenkt schon und so tat er dies. Wir verschenkten später den Trabant, für den wir einst, als er schon dreiundzwanzig Jahre alt war, noch 7000.00 Ostmark bezahlt hatten.
Natürlich fiel ich als nichts Böses ahnender, ehemaliger DDR-Bürger auf so manches herein. Ich ließ mir sämtliche Versicherungen aufschwatzen, die es gab. Bald hatte ich einen Staubsauger mit vielen Ersatzteilen und Pflegezubehör für Jahre, zum Preis, wofür ich zehn Staubsauger hätte, bekommen können.
Eine Kollegin meines Mannes verkaufte uns Töpfe für über tausend Mark, die ein ganzes Leben halten sollten.
Wertvolle Bücher stapeln sich im Bücherschrank. Sie haben jedoch keinen Wert. Auch eine Erfahrung mehr.

Jahre vergingen. Hier, am Bodensee lernten wir ganz viele nette Leute kennen, auch Freunde, die wir jetzt noch haben und diese Freundschaften pflegen. Wir wurden geschätzt.
Unzählige Besucher, Kollegen, Freunde aus der ehemaligen DDR kamen nach der Übersiedlung an den Bodensee jedes Jahr zu uns, weil sie glaubten, der goldene Westen ist so golden, dass sie bei uns Urlaub machen konnten, sodass unser Konto arg strapaziert wurde.
Wir führten ein Geschäft in einem Urlauberort. Wir ließen uns zwar wieder finanziell über den Tisch ziehen, das heißt, ich. Aber, das ist vergessen. Dummheit muss bestraft werden.
Von 1990-1998 lebten wir hier. Es war schön. Das Lied von den Phudys klingt in mir.
Wir wohnten im Dreiländereck und konnten so viel sehen und erleben, wovon wir nie gewagt hätten, zu träumen.
Doch dann gingen wir wieder zurück in unsere Stadt Leipzig, zu unseren Eltern, zu unseren Wurzeln.
Wir sind wie Zugvögel gewesen. Unsere Flügel waren nachgewachsen, als wir sie verloren hatten.
Das Leben war für uns in all den Jahren eine große Bereicherung mit lieben Menschen, in der Natur und mit Erlebnissen und Begebenheiten, die erst durch den Mauerfall möglich waren.
Niemals sollten Menschen hinter Mauern eingesperrt werden, ein Land geteilt werden, was schon immer zusammengehörte, das sollte man nicht trennen.

©Christine Kayser









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Tine (offline)
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icon1   Re: Christines Geschichten #4 Datum: 27.06.2017, 17:50  

Reise zur blauen Perle im Mittelmeer
Christine Kayser

Sofia war von ihrer Arbeit im Altersheim derart besessen, dass sie bereits ein volles Jahr durchgearbeitet hatte.
Anfangs half Paul ihr noch in der Cafeteria. Doch dann gab es Streit. Ihr Mann ertrug es nicht, wenn Angehörige der Bewohner von ihr verlangten, sie solle ihnen die Aschenbecher ins Freie hinterhertragen.
»Die haben doch Beine«, hatte er gesagt, war aber ruhig geblieben. »Die können laufen und lassen sich bedienen. Du hast doch hier drinnen genug zu tun!«
Als Sofia beinahe vor Wut über seine Einmischung platzte, beschlossen sie, dass Paul besser die Abrechnung übernahm und die Werbung. Zu Hause!
Paul war sehr geduldig.
Lange sah er zu, wie Sofia Raubbau an ihrer Gesundheit trieb. Aber eines Tages wurde es ihm zu bunt. »Ein ganzes Jahr ohne einen freien Tag und ohne Urlaub, so geht das nicht weiter, Liebes! Du solltest mit mir verreisen. Wenigstens für eine Woche.«
Sofia sah ihn an. »Ich liebe meine Arbeit!«
»Ja, schon, aber das Leben besteht nicht nur aus Arbeit, Sofia. Bald ist dein Geburtstag und unser Hochzeitstag naht. Ich war schon im Reisebüro und habe etwas gebucht. Mache bitte der Heimleitung klar, dass du ab übermorgen nicht da bist!«, ließ Paul nicht locker. Er redete und redete: Sie wäre schließlich seine Frau, sie müsse ihm folgen. Als er keinen Erfolg verspürte, spielte er seinen Trumpf aus: »Wenn du nicht willst, fahre ich mit deiner Freundin. Die kommt sofort mit, das lässt die sich nicht zweimal sagen.« Er trat auf Sofia zu, kam näher und näher und sah sie mit ernstem Blick an. »Denke an Annett, die reist sehr oft und kann nie genug davon bekommen!«
Sofia war sprachlos.
Eine Weile lief sie hin und her, dachte nach und ihre Mimik verdüsterte sich zusehends dabei. Konnte sie es so weit kommen lassen? Sollte sie Paul mit Anne …? Nein! Das kam wohl nicht infrage. Aber: Sie vermisste schon jetzt die Kaffeezeit mit den alten Damen des Altenpflegeheimes.
Sofia liebte die Nachmittage, wenn sie, wie heute, pünktlich in der kleinen Cafeteria hinter dem Tresen stand, und die Kaffeemaschine mit dem Cappuccino zischte, noch bevor Frau Möller heran war. Jene etwas griesgrämige Dame von der zweiten Etage, die sie dann mit einem freundlichen: »Na, wie geht’s, Frau Möller?«, begrüßte.
Sofia spürte immer, wenn sich jemand nicht wohlfühlte oder traurig war. Dann versuchte sie zu trösten. Irgendwie.
Frau Möller hatte sich heute umgeblickt, ob auch ja niemand zuhörte, löste dann geschickt die Bremse ihres Rollstuhls und fuhr um die Ecke. »Wissen Sie, Frau Sofia, ich habe mich über meine Tochter geärgert.«
Sofia beugte sich über die Theke, streichelte die Hand der Seniorin und sagte: »Warten Sie, ich stelle den Cappuccino auf Ihren Tisch, sonst wird er kalt. Möchten Sie etwas naschen?«
Die alte Dame nickte und fuhr flink zur Glasvitrine. »Oh, Pflaumenkuchen! Der schmeckt immer frisch wie vom Bäcker, da nehme ich mal ein doppeltes Stück. Und, wie immer mit Schlagsahne, ja?« Frau Möller lachte laut auf. »Eigentlich will ich ja abnehmen, sonst kann ich nämlich nie wieder nach Hause«, flüsterte sie Sofia im Vorbeifahren zu und rollte an ihren gewohnten Platz direkt vor das Fenster.
Sofia stellte das Getränk auf Frau Möllers Platz und legte zwei kleine Schokoladentäfelchen neben die Tasse. Sie schnitt vom runden Pflaumenkuchen ein extragroßes Stück ab, sprühte eine übergroße Portion Sahne darüber und rückte alles vor der alten Dame zurecht.
Frau Möller hatte freundlich gedankt und sie liebevoll angeschaut …

Sofia stöhnte. Ja, das war’s, was ihr Freude machte; andere zu verwöhnen, ihnen den Lebensabend zu versüßen – mit Worten und Torten.
Sie lächelte über den ungewollten Reim.
Warum wollte Paul ausgerechnet jetzt in den Urlaub fahren? Ihr Mann hatte die Reise in den schönsten Farben gemalt. Sommer, Sonne, Sand und mehr … hatte er geschwärmt, aber bei ihr war keine Vorfreude aufgekommen.
Zunächst dachte sie nämlich an Frau Gruner, die auch an den Rollstuhl gefesselt war, zudem nicht sprechen konnte und immer ungeduldig mit den Augen rollte, wenn es ihr nicht schnell genug ging. Jene schwer von Schicksal gebeutelte Frau zeigte heute mit der Hand auf die belegten Hackfleischbrötchen und streckte drei Finger in die Höhe. »Hm, hm …!«, versuchte sie, ihre Bestellung aufzugeben.
Und Sofia hatte sie verstanden. »Stimmt, die Brötchen sind ganz frisch, Frau Gruner. Ich packe Ihnen drei davon ein, ja?«
Frau Gruner nickte erleichtert.
Als sie damals der Schlag traf, war die Arme gerade einmal fünfzig. Das Ende vom Lied: Der Mann verließ sie, die Tochter zog in die Schweiz, und Frau Gruner blieb ganz allein zurück.
Sofia packte die Bestellung ein und gab noch zwei gekochte Eier als Zugabe mit.
Lächelnd rollte die fast zwei Zentner schwere Frau Gruner zum Fahrstuhl. Sie aß lieber in Ruhe oben in ihrem Zimmer; Frau Möller war ihr nicht geheuer. Mit der war nicht gut Kirschen essen.
Manchmal funkelten sich die zwei Damen zornig an und fuhren mit ihren Rollstühlen aufeinander los. Sofia schlichtete dann immer so gut es ging …
Wer würde es in ihrer Abwesenheit tun?

»Ich esse noch einen schönen Schokoeisbecher mit Sahne«, hatte Frau Möller beschlossen und Sofia um drei Kugeln Eis mit Sahne gebeten. Als sie ihre Bestellung bekam, huschte ein Lächeln über das Gesicht der Frau im Rollstuhl.

Sofia sah immer, wie sie eingeliefert wurden, aber auch, wenn hinten, am Wirtschaftseingang, der schwarze Wagen stand. Manchmal flossen ihr die Tränen, besonders wenn Angehörige kamen und weinten. »Wir müssen alle einmal gehen, das ist der Lauf des Lebens«, sagte sie dann und umarmte hin und wieder jemanden von ihnen.
Würden Frau Möller und Frau Gruner noch da sein, wenn sie wiederkäme?
Ja, beschloss sie. Ganz bestimmt!

Entschlossen wischte sich Sofia die Tränen vom Gesicht. Dann packte sie endlich das Reisefieber. Schnell wurden die Koffer aus dem Schrank hervorgezerrt, vergnügt farbenfrohe Sommerkleider anprobiert; sie passten noch. Ein neuer Badeanzug fand sich, ein Hut, weiße Hosen, Sandalen.

Der Tag der Abfahrt nahte. Eine Rundreise mit einem bekannten Reiseunternehmen begann.
Paul und Sofia fühlten sich wie im Traum.
Es ging nach Norditalien. Die beiden lustwandelten am schönen Gardasee, besuchten die sorrentinische Halbinsel.
Dann, in Pompeji, waren sie in Gedanken versunken und träumten sie sich in die Zeit der Antike zurück. Vom Vesuv aus hatten sie eine atemberaubende Aussicht auf den Krater und die umliegende Landschaft, sowie den Golf von Neapel. Alles nahm die beiden total gefangen.
Die Fahrt ging weiter nach Rom, wo sie über die Menschenmassen auf dem Petersplatz staunten. Der Petersdom, alles, was zu sehen war – unglaublich bemerkenswert, fast nicht in Worte zu fassen.
»Kneif mich mal!«
Er kniff ihr in den Po.
Sie lachten. Hand in Hand ging es weiter.
Spaziergänge führten durch Gassen, sie speisten in einer Pizzeria, warfen Münzen in den wohl bekanntesten Brunnen, um sich still etwas zu wünschen.
Mit einem Reisebus ging die Fahrt in die berüchtigte Hafenstadt Neapel. Auf einem Parkplatz stiegen alle aus.
Sofia fütterte eine Horde streunender Hunde. »Wunderschöne Tiere!« Am liebsten hätte sie alle mit nach Deutschland mitgenommen.
Nur wenige Meter waren es noch bis zum Hafen.
Ihr Reiseleiter hielt einen roten Regenschirm hoch. Mit einem Schiff sollte es zur Insel Capri gehen. Ein Signalton verriet ihnen die Ankunft des Schiffes.

Vorn an der Kombüse stand ein kleiner Italiener und nickte ihr freundlich zu. Sein rundliches Gesicht zierten schwarze Locken. Den Bauch umspannte ein weißes Hemd, dessen Knöpfe aufzuspringen drohten. Dunkles Brusthaar lugte heraus und zog Sofias Blick auf sich.
Sie dachte: Herrlich erotisch, ich beneide die Frau, die darin kraulen kann. Ihr zweites ICH machte sich bemerkbar. Zügle deine Gedanken, denke an deinen Mann …! Kaum hatte sie einige italienische Brocken herausgekramt, standen schon zwei Cappuccino auf ihrem Tablett. Sie bezahlte, gab ihm einen Euro Trinkgeld und streichelte dankend über seinen behaarten Unterarm.
Er zuckte leicht zusammen. »Oh, du bist eine gute Frau.« Plötzlich legte er zwei Kuchenstücke aufs Tablett.
»Ich darf nicht, ich habe Zucker!«
Er nickte, lachte und gab kleine Tütchen Zucker dazu.
Sicher hatte er sie missverstanden!
Sie wollte nur noch schnell weg; er machte sie verlegen.
»Ich heiße Antonio, wie heißt du?«
»Sage ich nicht.« Doch schließlich nannte sie ihren Namen. »Tschüss!« Sie ging zurück an den Tisch, an dem ihr Mann saß.

Die Überfahrt war sehr behaglich und bald fuhr das Schiff in den Hafen von Capri ein. Hier angekommen war die Freude groß. Alles sah noch viel schöner aus, als es in vielen Liedern besungen wurde.
Beim Anblick des Meeres, der Boote, Wellen, Sonne, Himmel und herrlich blühender Blumen und Pflanzen entfuhr Sofia ein kleiner Schrei: »Dass ich das noch erleben darf!« Wenn sie in Filmen darüber etwas gesehen hatte, glaubte sie immer, damit alles erlebt zu haben. Doch jetzt fand sie diese wunderbare Wirklichkeit und die Nähe unvergleichbar.
Beim Vorbeilaufen an Geschäften betörte der Duft von Gewürzen, Kräutern, Parfüm und mehr.

Sie speisten zu Mittag, tranken in der Sonne funkelnden Wein und ruhten sich aus. Nach einer Wanderung über einen Pfad, der über Felsen führte und dem Bestaunen der zahlreichen angrenzenden Geschäfte, wurden sie langsam müde.
Angelehnt an einer Mauer, glitten ihre Blicke hinunter zum Meer.
Paul sah Sofia an und gab ihr einen Kuss.
Sie seufzte. »Diese Schönheit des Meeres, ich fasse es nicht, ich fasse es nicht …« Eine leichte Brise fuhr ihr durchs Haar und kitzelte sanft auf der Haut.
Paul rief: »Unbeschreiblich schön!«
Sie sahen: Im Wechselspiel der Farben schimmerte es Türkis, dann wieder Blau bis Hellblau, Smaragdgrün. Auf den Wellen schaukelten Wasservögel und Segelboote.
Paul zog an ihrer Hand. »Gehen wir Eis essen!«
Sie sahen gepflegte und besonders schöne Menschen, mit mondänen Sonnenbrillen wie Schauspieler, die gemütlich an Tischen saßen und plauderten.
Ein Tisch war frei.
Sie nahmen Platz und Paul bestellte Eisbecher.
Mit geschlossenen Augen nahm Sofia wahr, wie das Eis auf ihrer Zunge schmolz. Ein Lächeln umspielte ihren Mund. Sie dachte: Ach, wie wunderbar, diese Befriedigung aller Sinne! Sie sah ihren Mann an. »Warum war ich nur so dumm und wollte keinen Urlaub machen? So etwas sollte man sich nicht entgehen lassen!«
Bald zahlte er und beide schlenderten weiter.
Katzen auf warmem Mauerwerk dösten vor sich hin.
Sanft strich Sofia über deren Fell.
Ein kurzer Blick, schon schlossen sich die Lider und ein leises Schnurren war zu hören.
Das Paar hielt sich an den Händen fest.
Sofia sah ihren Paul an und drückte ganz derb seine Hand.
»Was ist?«
Sie sah das Erstaunen in Pauls Augen. »Paul, ich danke dir für diese unvergesslichen Momente.«
Er fuhr ihr übers Haar. »Ja, dich muss man erst immer zu deinem Glück zwingen!«
Erschienen im Buch Sommer und Mehr Band 1 vom Autoren_Netzwerk ISBN 978-1-53328-608-6 im Jahr 2016 auch als-e-book. Der Erlös kommt der Stiftung Lesen zugute.
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icon1   Re: Christines Geschichten #5 Datum: 27.06.2017, 17:52  

Leider bin ich besessen und schreibe sehr gerne. Zum Leidwesen von meiner Familie. Ich darf nur nicht immer, so wie ich will. Sonst wird zu vieles vernachlässigt.
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icon1   Re: Christines Geschichten #6 Datum: 09.02.2018, 17:33  

Guten Tag,

ich war lange nicht hier. Trotzdem staune ich, wie oft meine Einträge gelesen wurden. Schön. Freue mich darüber sehr. Selbstverständlich auch, wenn den anderen ihre Werke Anklang fanden und noch finden. weiter so!
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icon1   Re: Christines Geschichten #7 Datum: 09.02.2018, 17:37  

Wer Zeit hat und vor allem Lust:
http://www.literatur-treff-gruenau.de/christine-kayser.html
die obere Leiste anklicke, da sieht man vieles, was interessant ist. Gerade die Veranstaltungen. Wir machen alles ohne Entgelt. Leidenschaft, Feuer und Liebe, das sind auch Reichtümer. Wer die besitzt ist gut dran.
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ElfieNadolny (offline)
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icon1   Re: Christines Geschichten #8 Datum: 09.02.2018, 17:38  

Danke schön, liebe Christine. Ja, stimmt. Wir haben im Moment zwar wenige Aktive (Sonja kommt bald wieder), aber viele Leser. Natürlich darfst du deine schönen Beiträge einstellen, es freut mich sehr. Gut geschrieben. Lächeln)
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Tine (offline)
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icon1   Re: Christines Geschichten #9 Datum: 09.02.2018, 17:40  

anklicken, muss es heißen, habe mich vertippt. So, Schluss für heute.
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ElfieNadolny (offline)
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icon1   Re: Christines Geschichten #10 Datum: 09.02.2018, 18:17  

Ja, liebe Christine ich klicke es an und schaue mir alles in Ruhe an. Lächeln))
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Tine (offline)
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icon1   Re: Christines Geschichten #11 Datum: 11.02.2018, 19:10  

Der kluge Rabe

Herrlichster Sonnenschein, stürmischer Wind als mein Mann und ich, Hand in Hand, durch unsere Wohnsiedlung liefen.
„Zu was habe ich mich gründlich gekämmt?“ Wild zerzaustes Haar versuchte es zu bändigen.
Nun saßen wir gemütlich in der Bimmel. Beruhigend zu wissen, das Autochen stand auf seinem Parkplatz und würde dort wohl noch stehen, wenn wir wieder kämen. In die Stadt damit zu fahren, das war zu riskant, traute es mir nicht mehr zu. Und dann war unser Parkplatz weg!
Eine halbe Stunde suchen, auf keinen Fall, ich hasse das! Dann lieber doch mal einen Zehner Fahrgeld opfern.
Mit wachem Blick hatte ich Zeit, Fahrgäste zu studieren, den Blick nach draußen schweifen zu lassen.
Eine halbe Stunde Fahrzeit lag vor uns. Wenige Schritte ins Augencenter, nur ein Patient am Schalter, und schon hielt mein Mann seine Überweisung für die Charitè nach Berlin in den Händen.
Es war später Nachmittag.
Wir eilten zum Hauptbahnhof. Auch dort kurze Wartezeit.
Mein Mann atmete erleichtert auf. Er stand etwas unter Druck. Ich möchte eine Fahrkarte, die günstig ist, hin und zurück, gleich für die S-Bahn in Berlin. Ambulant bekommt er das Geld nicht zurück, was auch zu verstehen ist. Bei stationärem Aufenthalt war das nie ein Problem. Auch ich muss blechen. Über zwei Tausender der Gesundheit zuliebe kamen bereits zusammen.
Nun gönnten wir uns noch eine Thüringer Bratwurst mit viel Senf und knusprigem Brötchen auf einer Sitzbank am Bahnsteig. Meine Kehle danach trocken.
Willst du noch bummeln? Ich schüttelte den Kopf. „Wir fahren gleich heim und trinken Kakao!“
Ein Stück Brötchenrest hatte ich in ein Taschentuch gewickelt. Für den Fall, ein tierisches Wesen würde mir begegnen.
Rückweg. Wir stiegen aus der Straßenbahn, liefen einige Schritte am Schlüsseldienst vorbei und was sehe ich? Einen meiner Freunde, einen Raben. Er sah mich, hüpfte vor mir her. „Na mein Schatz?“ Seine Augen blinkerten. „Hier“, rief ich. Warf es vor ihn hin. Er beäugte die zerteilten Semmelreste. Nahm sie geschickt auf, erst einen, dann den zweiten. Flugs hüpfte er zu einer Pfütze, legte sie hinein. Wir standen und lächelten vor uns hin. Es dauerte nicht lange, nach und nach holte er sich sein „Abendbrot“ schnabelgerecht heraus.
„Machs gut sagte ich.“ Fröhlich kamen wir zu Hause an.

©Christine Kayser Leipzig





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ElfieNadolny (offline)
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icon1   Re: Christines Geschichten #12 Datum: 11.02.2018, 20:12  

Schöne Geschichte, aus dem Leben gegriffen. Lächeln)
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Renate (offline)
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icon1   Re: Christines Geschichten #13 Datum: 26.02.2018, 18:52  

Habe mal angefangen mich durch das Forum zu wühlen ---Sehr schöne Geschichten Christine.Vielen Dank!
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Tine (offline)
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icon1   Re: Christines Geschichten #14 Datum: 27.02.2018, 10:14  

Sehr gerne.
Die Geschichten liegen vor unseren Füßen. Aufheben und festhalten! Schönen Tag wünscht Tine.
Unsere liebe und fleißige Elfie hat heute Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch und viel, viel, viel Gesundheit und Freude von mir und allen Lieben.
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