Stefanos Bulletin Board
URL: https://inselchen.com/cgi-bin/sbb138/sbb.cgi?&a=show&forum=87&show=24
Thema: Osterwettbewerb

icon1 Osterwettbewerb Datum: 21.03.2009, 19:23
inselchen* (Administrator)







Peter Bochanan

icon1 Re: Osterwettbewerb Datum: 23.03.2009, 19:53
inselchen* (Administrator)

(c) Lizzy Teword


lizzy.tewordt@t-online.de

icon1 Re: Osterwetbewerb Datum: 24.03.2009, 12:04
inselchen* (Administrator)
Die Regenbogenhasen

Es war einmal ein kleiner König. Sein Königreich war so klein, dass man in sieben Tagen vom Morgenstern bis zum Abendstern gehen konnte und sich dabei kein bisschen sputen musste. Vom Drachengebirge im Norden zum Regenbogensee im Süden trabte man mit seinem Pferdchen sogar ganz gemütlich an einem einzigen Tag.

In diesem kleinen Königreich lebten König Minimus und Königin Minima mit ihren Kindern, Prinz Minikus und Prinzessin Minika. Die beiden Königskinder spielten am allerliebsten mit Pietro, dem Küchenjungen. Auch in der Woche vor Ostern – es war der erste warme Frühlingstag - ritten die drei gemeinsam auf ihren Ponys zu ihren Freunden, zur Kräuterhexe und zum Drachen Fress dich nicht. Mimi Turmmaus durfte auch mit. Sie saß wie immer hinter dem rechten Ohr von Minikas Pferdchen und freute sich auf das Wiedersehen mit Leo Waldmaus und den anderen Verwandten.

Als die drei so frohgelaunt dahin ritten, vernahmen sie auf einmal ein klägliches Schluchzen. Sie hielten an und blickten nach rechts und nach links, nach oben und nach unten, doch wohin sie auch schauten, sie konnten niemanden entdecken.

„Lasst mich mal hinunter. Ich will Nachschau halten!“, piepste die Turmmaus.

Die Kinder stiegen von ihren Ponys und setzten die Maus auf den Waldboden. Die huschte eilig unter einen Strauch und kam nach kurzer Zeit mit zwei jammernden Hasenkindern zurück. Doch wie sahen die bloß aus? Über und über mit Farbe bekleckert, ein Ohr rot, das zweite blau, gelbe Streifen auf dem Rücken, grüne Tupfen auf dem Bauch, ein Schwänzchen lila und eins rosarot.

„Ja, was ist denn mit euch passiert?“ Minika schlug die Hände über dem Kopf zusammen.

Minikus grinste von einem Ohr zum anderen: „Sagt mal, habt ihr in Papas Farbtopf gebadet?“

„A..a..aber ich wollte meinem Bruder doch nur zeigen, wie ein Regenbogen ausschaut!“, jammerte Blauohr und Rotohr heulte:
„U…u…und dann sind alle Farbtöpfe umgefallen und jetzt sind sie ganz leer …hu – u – u!“

„Ohne Farben gibt es keine Ostereier…!“
„…und ohne Ostereier braucht man keine Osterhasen mehr!“
„Hu-u-hu!“ Die Hasenkinder heulten noch lauter als zuvor.

„Wo sind eigentlich eure Eltern?“, erkundigte sich Pietro.
„Bei Frau Henne.“, kam es von Rotohr.
„Bis morgen.“, ergänzte Blaulöffelchen kleinlaut.

Nun war guter Rat teuer. Ob vielleicht die Kräuterhexe helfen konnte? Ein Versuch würde sicher nicht schaden! Pietro und Minikus griffen sich je ein Hasenkind und steckten es unter ihr Wams, Minika setzte die Maus auf das Pony und so schnell sie konnten, ritten die drei zum Regenbogensee.

Dort saß Fredi, der kleine Drache neben der Kräuterhexe und jammerte, weil ihm so fad war. Als er die Kinder entdeckte, begannen seine roten Punkte zu glänzen und vor lauter Freude stieg ein rosa Rauchwölkchen nach dem anderen aus seinem Maul.

Auch das Hexlein lachte die Kinder an. „Schön, dass ihr gekommen seid! Aber wen habt ihr da mitgebracht? Zwei Regenbogenhasen?“

Abwechselnd berichteten Kinder und Häschen von den verschütteten Farbtöpfen.
„Ein Osterfest ohne Ostereier? Das darf nicht sein. Da muss etwas geschehen!“

Die Kräuterhexe legte den Finger auf die Nasenspitze, die Stirn in tiefe Denkerfalten und dachte nach, lange und angestrengt. Auf einmal sprang sie auf:

„Ich hab da eine Idee. So könnte es vielleicht funktionieren!“ und schon begann sie die verschiedensten Aufgaben zu verteilen:

„Fredi, flieg bitte eine große Runde, bis hin zum Drachengebirge, und sag allen Tieren, dass sie sogleich zur Blumenwiese am Regenbogensee kommen sollen.“

„Mimi, du läufst zu deinem Cousin Leo Waldmaus. Der soll mit seinen Verwandten alles Getier verständigen, das im Wald zu finden ist.“

„Pietro und Minikus, ihr packt bitte alle meine leeren Tee- und Saftflaschen in die Satteltaschen der Ponys und bringt sie zum See, damit ich sie dort auswaschen kann.“

„Minika und ihr Hasenkinder, ihr helft mir beim Spülen.“ Vielleicht werden die zwei Langohren dabei selbst auch sauber, dachte das Hexlein im Stillen.

Die Maus verschwand im Gebüsch und unser Drache schwang sich mit Schwung in die Lüfte. Dabei trompetete er so laut er nur konnte:
„Alle Tiere aufgepasst! Alles was krabbeln, laufen und fliegen kann, kommt zur großen Blumenwiese am Regenbogensee.“

Bald strömten von allen Seiten die Tiere herbei. Als die Versammlung vollständig war, berichtete die Hexe vom Malheur der Hasenkinder. Zum Schluss meinte sie:

„Wenn jede Blume ein klein wenig von ihrer Farbe abgibt und alle Tiere beim Einsammeln mithelfen, können wir das Osterfest retten. Wer ist dabei?“

Blumen und Tiere nickten zustimmend und die Hexe klatschte in die Hände:
„Ich hab ja gewusst, dass man sich auf euch verlassen kann. Kommt, fangen wir an! Unsere fleißige Honigmamsell zeigt euch, wie es geht. Aber…

…einen Augenblick noch, meine Lieben. Wir holen die Farben bei den BLUMEN! Wir brauchen kein Weiß von der Gans, Herr Fuchs, auch kein Grau von der Maus, Frau Eule!“

Kaum hatte das Hexlein ausgesprochen, schwirrten alle los, zweibeinige Helfer und vierbeinige, krabbelnde, hüpfende und fliegende, Kinder und Tiere. Nur Fredi Fress dich nicht war nicht beim großen Sammeln dabei. Der Drache flog zum Schloss und bat, ob die Kinder noch bis morgen am Regenbogensee bleiben dürften. König Minimus ließ sich alles genau berichten, doch dann willigte er ein. Er war schließlich ein sehr netter König. Außerdem aß er für sein Leben gern Ostereier.

Als Fredi zurückkam, staunte er nicht schlecht. Der Regenbogensee machte seinem Namen alle Ehre. Aufgefädelt wie kostbare Edelsteine auf einer Kette standen unzählige bunte Flaschen am Ufer. Stolz zählten die zwei Hasenkinder auf, woher die vielen Farben stammten:

Himmelblau vom Vergissmeinnicht und Dunkelblau von der Kornrade,
Grellrot vom Klatschmohn und Purpurrot vom Rosenstrauch,
Lila vom Fliederbusch und Violett vom Veilchen,
Grasgrün von der Wiese und Moosgrün vom Wald,
Zitronengelb vom Märzenbecher und Goldgelb von der Sonnenblume.

Während Fress dich nicht diese Farbensymphonie bewunderte, brachten die Eichhörnchen noch etwas Braun von den Nüssen und die Marienkäfer ein wenig Schwarz von ihren Punkten vorbei.

„Und was ist mit uns, habt ihr auf uns vergessen?“, bekümmerte sich das winzige Gänseblümchen und die schlanke Margerite entrüstete sich. „Unser Weiß ist genau so wichtig wie eure Farben!“

„Ihr habt ganz recht!“ schmunzelte der Drache und griff nach einem der Glasbehälter. „Zu euch komme ich jetzt höchstpersönlich!“

Sauber waren sie nicht geworden die Hasenkinder, aber glücklich:
„Ach, wir sind euch allen soooo dankbar! Jetzt gibt es auch weiterhin Ostereier!“

„Aber zuerst gibt es meine berühmte Kräutersuppe, damit wir wieder zu Kräften kommen. Für Fredi habe ich Bratäpfel, für die Tiere Heu, Karotten, Nüsse und für unsere fleißigen Mäuse … ein köstliches Stück Käse.
Kommt meine Lieben, für heute haben wir genug gearbeitet!“

Nach und nach war es dunkel geworden. Müde und satt – von der Suppe war nicht ein Löffel übrig geblieben – saßen die Freunde beim Feuer und sahen zu, wie Fress dich nicht den letzten Bratapfel verspeiste. Die Tiere hatten sich bereits alle zur Ruhe begeben. Auch die Kinder machten schon ganz kleine Augen.

„Zeit zum Schlafengehen, meine Lieben. Morgen ist auch noch ein Tag.“, meldete sich die Kräuterhexe aus dem Haus zurück.
„Ich habe euch bei den Ponys oben im Heu einen gemütlichen Schlafplatz gemacht. Ein richtiges Himmelbett, denn ihr könnt von dort direkt zu den Sternen schauen. Heute ist Vollmond. Vielleicht seht ihr sogar die Mondprinzessin, wenn sie zum Regenbogensee kommt…“

Ach, die Mondprinzessin würden sie gerne wieder sehen! Die Kinder nahmen sich ganz fest vor, so lange wach zu bleiben, bis sie da war. Doch kaum hatten sie den Kopf auf das Kissen gelegt, fielen ihnen die Augen zu. Sie waren einfach zu müde. Kein Wunder nach diesem aufregenden Tag! Nur Mimi, die kleine Turmmaus, schlief nicht. Sie war in ihrem ganzen Mäuseleben noch nie auf einem Heuboden gewesen.

Doch was war das? Die schwarzen Knopfäuglein wurden so groß wie es Mäuseaugen nur werden konnten. Eine Kaskade flimmernder und glitzernder Lichtstrahlen ergoss sich vom Mond bis zur Erde und auf dieser Mondscheinstiege stand das schönste Mädchen, das die Maus je gesehen hatte. Das Kleid schimmerte silbern, in die langen schwarzen Haare waren Sterne eingeflochten und den Stirnreif zierte ein goldener Halbmond.

Als die Mondprinzessin, denn sie war das Mädchen auf der Stiege, die bunte Flaschenkette am Seeufer sah, klatschte sie in die Hände.
„Ach, wie schön! Aber … eine Farbe fehlt noch!“
Sie bückte sich nach einem leeren Fläschchen und schöpfte von den glitzernden Wellen etwas Silberglanz ab.
„Mondscheinsilber gehört unbedingt dazu!“

Unter dem Dach hüpfte die Maus wie ein Kobold auf und ab, zupfte die Kinder an den Haaren und piepste, so laut sie nur konnte. Doch die drei waren einfach nicht wach zu bekommen.

Die Mondprinzessin sah zur Maus nach oben, lächelte still vor sich hin und öffnete ein kleines Beutelchen, das an ihrem Gürtel befestigt war.

„Ein wenig Sternenstaub, damit die Farbtöpfchen nie leer werden. Gute Taten müssen belohnt werden!“, erklärte sie und mischte jeder Farbe ein paar goldene Flocken bei.

Dann beugte sie sich zu den Hasenkindern, streichelte sie und aus Blauohr und Rotohr wurden wieder ganz normale Hasen, mit braunem Fell und braunen Ohren.

Bevor die Mondfee weiter zog, schickte sie noch ganz besondere Träume unter das Dach hoch: Pietro träumte, dass seine Torte köstlicher schmeckte als die seines Meisters, Minikus gewann im Traum das berühmteste Reitturnier im ganzen Königreich, Minika war zum Ball bei den Blumenelfen geladen … und unsere Turmmaus? Die spazierte durch ein Traumland, in dem alle Häuser aus Käse und die Straßenschilder aus Speck waren.

Ihr wollt wissen, ob der Farbenzauber jener Nacht noch immer wirkt?

Bald ist Ostern. Guckt einfach, ob ihr bunte Eier findet.

© gabi eder (märz 2009)

icon1 Re: Osterwetbewerb Datum: 24.03.2009, 12:05
inselchen* (Administrator)
Das hochmütige Osterei

Es war einmal ein rotes Osterei. Das vertrug sich so gar nicht mit den anderen Eiern im Nest.

„Rück gefälligst zur Seite“, befahl es dem blauen Ei und stupste es in den Bauch. „Wenn du dich so breit machst, kann mich niemand sehen!“
Das blaue Ei machte sich so schmal wie möglich, denn es war ein äußerst friedliebendes Ei.

Das rote war aber noch lange nicht zufrieden. Jetzt begann es, das grüne Ei zu verspotten.
„Du willst ein Osterei sein? Wie ein vertrocknetes Spinatblatt schaust du aus!“ Das grüne Ei war schrecklich traurig und versteckte sich ganz tief im Gras.

Das gelbe Ei lehnte sich tröstend an das unglückliche grüne: „Kränk dich doch nicht! Das rote ist nur ein dummes Ding. Ich finde dich sehr hübsch“

„Hochmut kommt vor dem Fall!“, zischte das violette Ei und funkelte zornig zum roten hinüber. „Du wirst schon sehen, was du davon hast!“

„Ach, ihr seid mir alle zu blöd! Ich ziehe in die Welt hinaus, damit jedermann meine Schönheit bewundern kann.“

Das rote Ei schaukelte ein wenig hin und her und schon war es mit Schwung über den Nestrand gepurzelt. Es kollerte noch ein Stück gerade aus, bis es an einen Kieselstein stieß.

„Oje!“ Erschrocken sah unser Ei auf den hässlichen Kratzer in seiner glänzenden Schale. Der Schaden war nicht allzu groß. Wenn sich das Ei etwas schräg stellte, war nichts mehr davon zu sehen.

Als es vorsichtig weiter kullerte, traf es eine Hühnerfamilie, die eifrig nach Körnern pickte.

„Hallo, Mutter Huhn“, rief das rote Ei. „Kennst du mich nicht mehr? Schau nur, wie schön ich geworden bin!“

Die Henne hob kurz den Kopf.
„Nein, nein, du kannst keines von meinen Kindern sein. Ich lege keine roten Eier!“ Mutter Henne zog einen fetten Regenwurm aus der Erde. „Geh bloß wieder fort. Mit unserem Gockelhahn ist heute nicht gut Kirschen zu essen!“

Weiter ging es zur Gartenbank. Auf der lag eine schwarzweiße Katze in der Sonne und putzte sich.

„Guten Tag, Fräulein Samtpfote“, rief das Ei hinauf. „Hast du schon jemals so ein schönes rotes Ei gesehen?“

„Na ja, so prächtig bist du auch nicht. Aber warum stehst du denn so schief?“

Die Katze hob ihre Pfote und gab dem Ei einen kräftigen Schubs.
„Ich mach dich wieder gerade!“ und schon tollte die Mieze vergnügt mit dem Ei über den Hof.

„Nicht so wild! Ich bin schon ganz schwindlig!“, flehte der rote Eierball. „Hilf…“

Aber da war das Unglück schon geschehen und das Ei in eine große Pfütze gefallen. Da lag es nun, vom hübschen Rot war nichts mehr zu sehen, überall klebte dunkler Morast.

„Hol mich hier raus! Hol mich hier raus!“

„Igittigitt! Da wird ja mein weißes Fell schmutzig!“ rümpfte die Katze die rosa Nase, ließ Ei Ei sein und trollte sich.

Das Ei überlegte verzweifelt, „Wie komm ich bloß aus diesem schmutzigen Loch wieder heraus?“, als es ganz nahe bedrohliche Töne hörte. Muh, muh! Eine riesige feuchte Schlabberzunge senkte sich zum Ei herab, packte es und hob es hoch.

„Pfui teibel!! Was hab ich denn da erwischt? Das ist doch kein Gras!“, empörte sich die Kuh und spuckte das Ei in hohem Bogen wieder aus.

Knicks! Knacks! Nun war unser hochmütiges Ei nicht nur schmutzig, sondern auch rundum zerbeult.
„Ach, wäre ich doch bei den anderen im Nest geblieben!“, jammerte es zerknirscht.

Während es noch lamentierte, kam ein Hund des Weges, mit goldfarbenem Fell und langen Hängeohren, einer von der Sorte, die immer Hunger hat. Er beschnüffelte das Ei mit seiner feuchten Nase – „Riecht nach Fressen!“, meinte er vergnügt – und verspeiste das Ei mitsamt der Schale.

Ja, ja, so kann es einem ergehen, wenn man glaubt, etwas Besseres zu sein. Und das ist nicht nur bei Eiern so.

© gabi eder (3/09)

icon1 Re: Osterwetbewerb Datum: 24.03.2009, 12:07
inselchen* (Administrator)
Das Handy und der Osterhase

Ostersonntag- früh um vier –
hüpft ein Langohr durch die Tür,
um nach Hasentradition
der Osterpflicht genug zu tun.

Zum Teddybär ein rotes Ei,
in den Papierkorb auch noch zwei,
das letzte dann, hübsch dekoriert,
wird am Fensterbrett platziert.

Nun will er geh’n – doch welch ein Schock!
Der Schnee liegt schon dreihasenhoch.
Zum Glück steckt da beim Grammophon
griffbereit ein Telefon.

Die Notrufnummer holt geschwind
den Osterhasentaxidienst.
Zuhause merkt der Has’ erschreckt,
dass er das Handy eingesteckt.

„Meine Lieben, kränkt euch nicht,
ich geb’s der Schneckenpost gleich mit!
Wann die kommt, kann ich nicht sagen.
Ich schätze, so in hundert Tagen.“

© gabi eder

icon1 Re: Osterwettbewerb Datum: 25.03.2009, 13:54
inselchen* (Administrator)
Frühlingskuss



Behutsam legt der Frühling

sein leuchtenden Kleid

schenkt Tanz und Gesang

haucht neues Leben ein



Eingebettet vom schweren Duft

gelber Narzissen und blauer Iris

lasse ich mich umarmen

von der Schönheit der Farben



Befreit atmet meine Seele

öffnet sich seinem Zauber

sein Kuss lässt Freude keimen

- ein Neubeginn



Sonja Rabaza, 23.03.2009





Die Ostereierfarbmaschine



Es schepperte und krachte durch das ganze Haus. Schnell eilte Mutter Langohr in das obere Geschoss. Der ohrenbetäubende Lärm kam aus dem Zimmer ihres jüngsten Sohnes Peter! Besorgt, doch auch verärgert, öffnete sie die Tür. „Peter, was ist hier los!“, fragte sie mit lauter Stimme und ihr Blick blieb an dem Scherbenhaufen und den Farbklecksen haften, die sich im ganzen Zimmer verteilten.

„Och, keine Sorge Mama, mir ist nichts passiert“, antwortete Peter schnell und schob mit den Füssen die Reste seiner selbstgebauten Farbmaschine zusammen, „ich habe versucht, eine elektrische Farbmaschine zu bauen, damit wir die Ostereier in diesem Jahr schneller und besser bemalen können“, fügte er hinzu. „Wenn wir die Eier auf dieses Rad legen, das dann elektrisch angetrieben wird, laufen sie durch die gewünschte Farbe und so werden sie alle gleichzeitig gefärbt und wir könnten viel Zeit sparen.“

„Zeit sparen? Das sieht aber nicht nach Zeitersparnis aus, mein Sohn. Sieh dir doch nur mal diese Unordnung an, die du verursacht hast!“ Oh dieses Kind, dachte Mutter Langohr. Seine Freude zu experimentieren brachte oft Unruhe in die Familie.

„Was ist denn jetzt wieder schiefgelaufen, dass es hier so aussieht?“, fragte sie ihren Sohn. „Das Rad hat sich zu schnell gedreht, dabei wurde die Farbe herausgeschleudert und dann ist das Gerät vom Tisch gefallen!“, erklärte er kleinlaut. „Aber ich habe den Fehler schon gefunden und bekomme das bestimmt noch hin!“ Er lächelte seine Mutter beruhigend.




„Bringt alle Eier in die Gartenlaube, dort ist am meisten Platz!“, wies Mutter Langohr die Hasen an, die schon seit Tagen frische Eier aus den Hühnerställen der umliegenden Bauernhöfe lieferten. Die Hennen legten jeden Tag ihr Ei und in der Malerwerkstatt waren viele Helfer eingetroffen, um der Familie zu helfen. Alle waren fleißig dabei, die Eier anzumalen, damit sie bis zum Osterfest pünktlich ausgeliefert werden konnten.

„Das schaffen wir nie!“, klagte Malermeister Lampe. „Es werden ja jedes Jahr mehr Eier. Wir werden wohl wieder einige Nächte durcharbeiten müssen. Wo steckt denn Peter?“, fragte er Vater Langohr. „Wir können jede Hilfe gebrauchen!“

Peter hatte in aller Stille seine Ostereierfarbmaschine gebastelt. Er stand am nächsten Morgen schon sehr früh auf und befüllte sie mit allen Farben, die er finden konnte. Einige vermischte er und es entstanden wunderschöne neue Farbtöne. Dann setzte er die Eier auf das Rad und ließ sie durch die Farbflüssigkeiten laufen. Rote, blaue, grüne, gelbe, violette Ostereier stapelten sich bereits, als Meister Lampe als erster die Malerwerkstatt betrat. Er rieb sich seine Augen und staunte nicht schlecht. „Das ist ja eine tolle Überraschung!“, rief er erfreut „so werden wir ja doch noch rechtzeitig fertig!“

Als kurz darauf auch seine Eltern und Geschwister und alle anderen Ostereiermaler den Raum betraten, schauten sie erstaunt auf diese Maschine, die in so kurzer Zeit so viel Arbeit geleistet hatte. „Peter, das ist ja ein Wunderding!“, rief erstaunt seine Mutter und Vater Langohr legte, nicht ohne Stolz, seinen Arm um seinen Sohn.

S. Rabaza







icon1 Re: Osterwettbewerb Datum: 29.03.2009, 19:03
inselchen* (Administrator)
Ostern
Schokoosterhasen -Osterdekoration- Osterfeuer - Osterspaziergang



1. Ostervorbereitungen


Osterglocken blühen im Garten
Die Ostertage lassen nicht mehr lange auf sich Warten.


Schokoosterhasen in den Kaufhaus Regalen
und wir fangen an ausgeblasene Eier zu bemalen.

Osterlämmer backen eine Tradition
und die Wohnung ist voll von Osterdekoration.

Osterbräuche - wie zu Omas Zeiten
das schafft Behaglichkeiten.

2. Ostern - ein Fest für alle



Dann ist es endlich soweit
kirchlich nähert man sich der Auferstehungszeit.

Karfreitag-
ein Gedenktag.

Ostersamstag - Osternacht und knisterndes Feuer
das ist fast so schön wie ein Liebesabenteuer.

Am Osterwochende beginnt der Brunch mit der Familie
und Sie bringen mit einen Strauß Herzblattlilie.
3. Ostereier - am Strauch - im Garten



Bunte Ostereier versteckt im Garten
Die Kinder können`s kaum Erwarten.

Der Osterspaziergang - ein Wandern durch die Natur
für jedermann-
und man führt aus
den Dobermann.

Ein frohes Osterfest -
bis dahin geht`s auf zum Backtest-



Copyright Waltraud Löchel©




waltraud_loechel@web.de

icon1 Re: Osterwettbewerb Datum: 29.03.2009, 22:14
inselchen* (Administrator)
Ostern


Ostern, Fest der Auferstehung,

Symbol der Hoffnung, neuen Lebens,

wag ab heut auch du den Sprung,

LEBE Neu… und nicht vergebens !


© Edeltrud Wisser

icon1 Re: Osterwettbewerb Datum: 01.04.2009, 14:40
inselchen* (Administrator)
Der verliebte Osterhase

Ein Märchen von Celine Rosenkind

Der junge Osterhase musste dieses Jahr seinem Vater kräftig zur Hand gehen.
Mutter hatte genug mit den Kleinen zu tun und er, als ältester Sohn, sollte einmal den Betrieb übernehmen.
Nur Lust hatte er gar keine.
Er hoppelte durch den Wald und sah sich mal an, was dieses Jahr so alles an netten Weibchen vertreten war. Er sah viele hübsche Häschen, aber er wollte eine besondere Braut.
Die Schmetterlinge im Bauch waren noch bei keiner Häsin aufgetaucht.
Eines Tages, die Schneeglöckchen hatten gerade ihre Nase durch die Erde gesteckt, kam eine alte Bekannte zu Besuch. Sie war in Begleitung ihrer wunderschönen Tochter Babsi.
Schüchtern sahen die beiden sich an, als sie sich vorgestellt wurden.
In gleichen Moment, als sie den Mut hatten, sich endlich in die Augen zu schauen, da passierte es.
Ihm, Stubsi, wurde schwindelig und sie, Babsi, wurde rot vor Verlegenheit.
Da waren plötzlich diese Schmetterlinge und dieses Ohrensausen. Er mochte den Blick gar nicht mehr von der Hasendame lassen.
Er hatte sich über beide Hasenohren verliebt und ihr ging es genauso.

Mit Erlaubnis der Eltern hoppelten sie an diesem ersten Nachmittag gemeinsam durch den Wald.
Er zeigte Ihr die Gegend und warnte sie vor dem Fuchs und den Hunden.
Sie himmelte ihn aus blauen Augen an. Oft blieben sie stehen, um ihre kleinen Lauscher aneinander zu schmiegen oder ihre Nasen aneinander zu reiben. Sie erzählten sich von ihren Träumen und er sagte stolz:
"Ich werde einmal meines Vaters Nachfolger sein. Ein richtig lieber Osterhase."
Babsi schaute ihn fragend an. "Und wie ist das mit einer Familie und vielen Kindern?",
fragte sie leise. "Ja, dazu muss ich erst einmal die passende Frau finden."
Fleißig und tüchtig müsse sie sein und treu, erklärte er ihr und schaute erwartungsvoll in ihre wunderschönen Hasenaugen.
"Hast du denn schon eine in Aussicht",
fragte sie ihn schüchtern. Er schmunzelte vor sich hin und meinte: "Ja sicher, nur sie weiß es noch nicht." „Ach,“ seufzte Babsi, „wenn ich nur nicht schon verlobt wäre, ja dann.........“
Damit hatte Stubsi nicht gerechnet und es war, als würde man ihm den Boden unter den Füßen wegziehen.
Schon waren alle Träume vorbei und dabei hatte es hatte doch so schön angefangen.
Wie sollte es denn nun weitergehen?
Traurig senkte Stubsi seinen Blick.
Plötzlich schien die Sonne gar nicht mehr so schön und die Welt war wieder ein bisschen dunkler geworden. Ach, wenn er Ihr doch sagen könnte, wie ihm zumute war. Aber typisch Weibchen, dachte er, erst schmusen und flirten. um dann mit der fürchterlichen Wahrheit heraus zu rücken. Zerknirscht hoppelte Stubsi stumm neben Babsi nach Hause.
Als sie zur Höhle herein kamen, sahen die Erwachsenen die Beiden erwartungsvoll an.
Stubsi schaute traurig nach unten und Babsi errötete leicht.
Die Erwachsenen wussten sofort, was los war, hatten sie es doch im Stillen gehofft, dass eines Tages ihre Familien zusammen- wachsen würden.

Babsi hoppelte zur Mutter und flüsterte ihr etwas in die Löffel".
So nennt man beim Hasen die Ohren, wisst ihr das eigentlich?
"Sohn“, sprach der Vater,"komm mit mir nach draußen.“ Er als erfahrener Hasenvater wusste Bescheid.
Er kannte seinen Jungen. Traurig erzählte Stubsi, wie sehr er sich in Babsi verliebt hatte. Dass sie jedoch bereits verlobt war und überhaupt, wie traurig er sei.
"Noch ist nicht aller Tage Abend", murmelte der Osterhase vor sich hin.
"Du musst das nicht so eng sehen". Diese Verlobung wurde beschlossen als Babsi kaum zwei Monate alt war! Nun ist sie groß und ihr Herz wird entscheiden müssen.“
Da war ja noch Hoffnung für Stubsi. Er ballte seine kleinen Pfoten und krempelte die Ärmel hoch. "Die oder keine," sagte er, und ging zu Tante Adele, um sie um die Hand von Babsi zu bitten. Tante Adele sah die beiden jungen Hasen an:
"Ihr wollt wirklich eine Familie gründen?" fragte sie erstaunt.
"Mein Einverständnis habt ihr, nur vorher muss Stubsi noch drei Aufgaben erfüllen"!
Der alte Osterhase nickte bedächtig und gab Tante Adele recht.
Drei Aufgaben, so eine Art Reifeprüfung für das junge Paar.
Ob Stubsi diese drei Aufgaben erfüllen kann, was meint ihr? Welche Aufgaben werden das wohl sein?
Drei Aufgaben sollte er also erfüllen, unser Stubsi.
"Was soll ich tun," fragte er und schaute seinen Vater erwartungsvoll an.
"Ja nun mein Sohn, das wird nicht einfach werden," und dann erzählte er:
"Als erste Aufgabe musst du den Eiermalwettbewerb gewinnen, damit du mein Nachfolger werden kannst.
Zwölf Kandidaten musst du also schlagen.
Als zweite Aufgabe musst du dem Hund Hasso von Förster Rehbein beweisen, dass du schneller und schlauer bist als er.
Die dritte Aufgabe hat es in sich.
Du musst herausfinden, warum Opa Lampe seit Jahren ein geknicktes rechtes Ohr hat.
Das weiß keiner von uns, er behält es als sein Geheimnis."
Das waren also die drei Aufgaben.
“Na ja,” sagte sich Stubsi, so schlimm kann es schon nicht werden.
Er lief zur Babsi, gab ihr einen Kuss auf die Nasenspitze und hoppelte in den Wald.
Dort trommelte er all seine Freunde zusammen.
"Wollt ihr mir helfen", fragte er, „dem Hund von Förster Rehbein mal einen Denkzettel zu verpassen?“
"Oh,“ sagten die Hasen ganz leise, "der ist aber sehr gefährlich."
Dann begannen sie untereinander zu flüstern und zu kichern. Stolz ging Stubsi zum Försterhaus und setzte sich provozierend vor Hasso auf die Hinterpfoten. "Na Lust auf Kräfte messen," fragte Stubsi, "mal so einen kleinen Wettlauf mit mir?"
Er kicherte vor sich hin. Das brachte Hasso mächtig in Wut.
"Du weißt wohl nicht, dass ich deinem Großvater das rechte Ohr beinahe abge- bissen habe, sonst würdest du wohl kaum so mutig sein," knurrte er. Das war ja ein Volltreffer.
Die schwerste Aufgabe war gelöst. Stubsi kannte nun das Geheimnis von Opa Lampe.
Er wippte so lange herausfordernd mit seinem Stummelschwanz bis Hasso sich von der Kette riss, um über den Gartenzaun zu springen.
Stubsi rannte, wie er noch nie gerannt war. Immer, wenn der Hund glaubte, ihn erwischt zu haben, tauchte ein freches Hasengesicht hinter dem nächsten Baum auf. Und so rannte Hasso und rannte, bis er erschöpft auf dem Waldboden umfiel. Er war so müde, dass er in einen Tiefschlaf fiel.
Als er erwachte, sah er um sich herum lauter kichernde Hasen sitzen.
Welcher davon war Stubsi?
"Zweite Aufgabe gelöst, danke Jungs, ihr seid echte Freunde” sagte er und hoppelte erlöst und freudig davon.
"Vater," rief er, ich habe schon zwei Aufgaben gelöst und er erzählte alles.
Sein Vater war mächtig stolz auf ihn, das könnt ihr euch wohl vorstellen.
Ja, nur der Opa Lampe war ein bisschen knatschig, weil sein Geheimnis jetzt gelüftet war.
Der Ostereier Malwettbewerb war für Stubsi ein Kinderspiel. Er war so verliebt, dass er die schönsten Einfälle und somit auch die buntesten Eier hatte.
Er wurde zum würdigen Nachfolger für seinen Vater erklärt.
Puh, alles geschafft.
Alle waren zufrieden und nun wurde das Hochzeitsfest vorbereitet.
Stubsi baute eine wunderschöne Höhle und der ganze Wald wurde zu einem riesigen Festzelt.
Andächtig lauschten alle Waldbewohner, während der Dompfaff sie traute.
Von diesem Moment an waren Babsi und Stubsi ein glückliches vereintes Paar.
Längst haben sie schon Nachwuchs, und wenn ihr dieses Jahr durch den Wald lauft, werdet ihr sie bestimmt treffen, die kleinen Hasen.
Also haltet die Augen auf , wenn ihr spa- zieren geht und vergesst nicht, mir Bescheid zu sagen.

SBB © Druckbare Version von dem Thema Osterwettbewerb